Der Nacktbar
Vor kurzem zog ich um – rein in ne WG
Aus Geld- und Platz und andren Gründen
Und was ich täglich seh
Von dem kann ich ein Lied schon singen
Die Wohnung groß und hell
So hell von allen Seiten
Liegt an den Fenstern überall
Es lässt sich nicht vermeiden
Das uns die Nachbarn sehen
Die größtenteils schon älter
Uns mit Interesse mustern
Zwei junge neue Weiber
Viel interessanter als ihr eignes Leben
So fest im Ehe Trott und ständigem Bestreben
Den Rasen schön zu trimmen
Und alles anzupassen
Nicht einen langen Grashalm zuzulassen
So auf Perfektion gerichtet
Dass es wie Sünde scheint
Nur einen Blick aufs Chaos der WG zu richten
Und doch – so tun sie´s mit Genuss
Es ist das absolute Muss
Zu sehen was hier von statten geht
Wo leere Pfandflaschen und Bier
Statt wohlgepflegtem Blumenbeet
Doch nicht nur sie haben was zu sehen
Nein – auch wir in der WG
Sehn allerlei von draußen
Von unsern lieben Nachbarn
Die in ihren perfekt gepflegten Gärten stolz posieren
auch mal ihr Gewehr präsentieren
Der eine macht das wirklich gerne
Zeigt öfter die Laterne
Das Lichtlein sahen wir recht bald
Ein nackter Baum im Nachbarswald
Dieser Text entstand in einer vorangegangenen Phase meines Lebens und beruht auf wahren Begebenheiten.
Beim Festplatte durchforsten habe ich Ihn nun wiederentdeckt und wollte ihn gerne teilen.
Ich hoffe Ihr habt genauso viel Freude beim Lesen wie ich beim Schreiben hatte.
Liebe Grüße
Silke



