Der Traum vom Fahren (Teil 1 von ?)
„Der Traum vom Fahren“ so lautet der Titel des Buches, mit dem alles begann.
Es war zu meinem neunten oder zehnten Geburtstag, als mein Pate mir dieses Buch geschenkt hatte. „Die Geschichte des Automobils, erzählt von Reinhold Ziegler“ steht auf dem Einband.
Meine erste Reaktion: ‘—‘ „ähem, Danke…“. Mit Autos hatte ich so Garnichts am Hut. Genauso wie Fußball ging mir das Thema ziemlich weit am Bobbes (wie man bei uns auf’m Kaff sagt) vorbei.
„Der Traum vom Fahren“ – ein sehr schöner Titel wie ich mittlerweile finde. „Der Traum vom Fahren“, daraus sprechen einige Wünsche, Emotionen und auch Erinnerungen. Dieses Buch weckte bei mir, wenn auch nicht sofort, doch ein gewisses Interesse an motorisierten Fortbewegungsmitteln.
Ich möchte euch gerne auf meine motorisierte Reise mitnehmen. Wie alles begann, was ich bereits erleben durfte und was ich mir für die Zukunft wünsche. Vom vorpubertären KFZ-Gleichgültling zum passionierten Auto-Fan geht der Weg, den ich mit euch in dieser Blog-Reihe gehen werde.
Meine Kraftfahrer-„Karriere“ begann mit einem Mofa, das ich von meiner Schwester vermacht bekam. Eine Starflite! Der ERSTE motorisierte Untersatz in meiner Sammlung. Gezählt waren die Tage des müßigen Pedale-Strampelns! Satte 0,9 PS brachte das Biest auf die Straße. Von Null auf 25 bis zum Ortsschild konnte mich damit niemand stoppen… außer natürlich: mein Mofa…
Endlose Stunden der Bastelei, Dengelei und Flucherei gingen vorüber und am Ende…
ging trotzdem nix.
Mofa fahren ist nichts für faule Leute. Und ich rede hier von echten Mofas. Keine gedrosselten Heißluft-Fön-Nerftröten. Sondern richtige Zweitakt-Legenden aus Blech und zehner Schrauben! Da durfte man schon öfter mal Hand anlegen. Gerade da man als Jugendlicher natürlich rauskitzeln wollte was geht.
Was ging war meist – nix.
So ziemlich jede geplante Verbesserung endete in einem Stillstand. Des Mofas versteht sich… Zum Glück bin ich auf dem Dorf aufgewachsen und alle wichtigen Orte waren auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar (sofern die Lichter funktioniert haben – dazu aber mehr in einer extra Blog-Reihe, die noch geschrieben werden muss, …). Wenn auch nicht so stilsicher, wie auf einem knatternden Blechpony.
Aber da man als fünfzehnjähriger Jungspund auch etwas darzustellen hat, war die Entscheidung schnell getroffen. Was Neues musste her! Etwas, das die anderen 10er Schrauben-Schrauber in Neid erblassen ließe.
Durch einen Freund, der sehr aktiv in der Moped-Szene war, fand ich das Objekt der Begierde. Eine Hercules prima 4… mit – *Trommelwirbel* – Fußschaltmotor!!!
„Wie geil ist das denn?!“ war wahrscheinlich mein erster Gedanke. Ein Mofa, mit dem Fuß zu schalten, statt der herkömmlichen Handschaltung. Das ist es! Das brauch ich! Das will ich! Das stand schnell fest. Kurz das Sparschwein geplündert, schon wurde die gute auf den Anhänger geladen.
Ab diesem Zeitpunkt bin ich wirklich Mofa gefahren…
Fortsetzung folgt…
– Philipp



